IN MIR IST NACHT...

>

In mir ist Nacht - oh, schnell besaite
Die Harfe, die den Gram bezwingt;
Erweckt von leisen Fingern, gleite
Der Schall, der suess und schmelzend klingt.
Wenn noch dies Herz nach Hoffnung ringt,
Dein Zauberton laesst sie erbluehn;
Wenn Traene noch im Aug entspringt,
Sie fliesst, anstatt im Hirn zu gluehn.

Wild sei und tief der Toene Fluss,
Kein Lied, von Glueck und Lust verklaert:
Ich sag dir, dass ich weinen muss,
Sonst springt dies Herz, von Qual verzehrt;
Denn sieh, es ward von Gram genaehrt,
Schlaflos und schweigend kaempft' es lang;
Nun hat es seinen Kelch geleert,
und bricht - oh, schmelz es im Gesang!